|   Login
Schulen + Eltern Aktien & Beteiligung Standortspende Leichte Sprache
Wildbienenschutz.com
 
 
 
 
 
 
 
Arten-Unterteilung nach Sozialität der Lebensweise

Bienen mit kollektiver Lebensweise

Die bekannteste Gruppe, bestehend aus Hummeln und den teilweise (nur wenige Arten) domestizierten Honigbienen, sind die Bienen mit kollektiver Lebensweise. Diese Bienen betreiben im Gegensatz zu Solitärbienen Brutpflege; sie versorgen und füttern ihren Nachwuchs, bis dieser schlüpft, und treten mit ihm in Wechselwirkung. Mehrere Weibchen nutzen eine gemeinsame Nestanlage und schließen sich zu größeren Bienenvölkern zusammen. In diesen neu gebildeten Staaten herrschen unter einer Königin eine strenge Hierarchie und die Einteilung der Bienen in Kasten.

Ein Honigbienenvolk besteht kontinuierlich über mehrere Jahre, ganz im Gegenteil zu den anderen sozialen Bienen, den Hummeln. Hier ist dieses Verhalten nur in einem bestimmten Zeitraum, in der Vegetationszeit zu finden. Danach löst sich der Staat auf und alle Tiere sterben ab, bis auf die jungen, bereits begatteten Königinnen. Diese fliegen aus und suchen sich geschützte Verstecke zum Überwintern, um dann im nächsten Frühjahr wieder ein neues Volk zu gründen.

Insbesondere bei Furchenbienen (Gattungen Halictus und Lasioglossum) gibt es verschiedene Stadien der sozialen Lebensweise: manche Arten bilden Nestaggregationen (d. h. mehrere Weibchen nisten nahe beieinander) und bei anderen Arten benutzen mehrere Weibchen ein gemeinsames Nest, wieder andere Arten versorgen im gemeinsamen Nest ihre Brut gemeinsam (wie zum Beispiel die o. g. Hummeln und die Honigbiene). Ein Beispiel hierfür sind die Waben der Vierbindigen Furchenbiene (Halictus quadricinctus), bei denen u.a. nicht alle Weibchen fruchtbar sind. Dieses Sozialverhalten nennt man eusozial.


Solitär lebende Bienen

Die solitär lebenden Bienen, so genannte Einsiedlerbienen, sind mit einem Anteil von 95 % die größte dieser drei Gruppen; sie sind Einzelgänger und sowohl Weibchen und Männchen, die als Larve überwintert haben, kommen im Frühjahr des nächsten Jahres aus der Brutröhre heraus, um für Nachkommen zu sorgen. Da die Individuen dieser Arten nur wenige Wochen zu leben haben, beginnt das Weibchen nach der Paarung sofort mit dem Nestbau und mit der Sammlung von Nektar und Pollen. Die eingeholte Nahrung dient nur zu einem kleinen Teil der Deckung des eigenen Bedarfes. Vielmehr lagert die Biene die Nahrung in einer Brutzelle ein, in die sie, wenn ausreichend Nektar und Pollen angesammelt sind, ein Ei ablegt. Daraufhin verschließt die Biene das Gelege mit einer Trennwand aus Lehm u.a., um im Folgenden weitere Zellen bzw. Brutröhren anzulegen. Dieses Verhalten wird als Brutfürsorge bezeichnet. Die später schlüpfende Larve kann sich dann von dem angesammelten Proviant ernähren und entwickelt sich weiter zur ausgewachsenen Biene.


Kuckucksbienen

Die dritte und letzte Gruppe sind die Kuckucksbienen. Ihren Namen haben sie, weil sie, anders als ihre Verwandten aus den vorherigen Gruppen, keine eigenen Nester bauen. Vielmehr haben sie sich darauf spezialisiert, fremde Nester für die Aufzucht ihrer eigenen Brut zu verwenden. Sie nützen die Gelegenheit, wenn die Nestbauerin (meist eine Solitärbiene) gerade auf Pollensuche ist, und legen ihre Eier in die fremde Brutzelle, die schon teilweise mit Vorrat gefüllt ist. Die fremden Eier oder Larven werden dabei teilweise ebenfalls zu Futtervorräten oder einfach ausgeräumt. Nehmen die schmarotzenden Bienen in einer Wirtspopulation überhand, so bricht diese im nächsten Jahr bei ungünstigen Verhältnissen zusammen, da nun die Anzahl der Schmarotzer die der Wirte übersteigt. Folgerichtig verschwinden dann auch alle Schmarotzer. Einzelne überlebende oder eingewanderte Solitärbienen bauen nach und nach von neuem eine Wirtspopulation auf und bald ist auch wieder die Schmarotzerart zu finden. Häufig bevorzugen Kuckucksbienen die gleichen Pflanzen als Nahrungsquellen wie ihr Wirt.


News

© Wildbienenschutz 2008 - powered by 1GATE 2008